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Dithmarschen: Berühmte Dithmarscher und ihr Wirken in der Welt

Pressemeldung vom 9. September 2011, 09:58 Uhr

Carsten Niebuhr, Heinrich Christian Boie und Nicolaus Reimers ab 10. September 2011/ Treffen der Niebuhr-Nachfahren in Meldorf am 16./17. September 2011

MELDORF (pid). Wenn einer eine Reise tut, dann gibt es viel zu berichten – selbst nach 250 Jahren. 1761 schickte Frederic V. von Dänemark eine Forschergruppe, mit dabei der 28jährige Ingenieurleutnant Carsten Niebuhr, nach Arabien. Niebuhr reiste in Landestracht, fertigte die erste verlässliche Kartenskizze des Roten Meeres an und karthographierte den Jemen. Unter dem Motto „Berühmte Dithmarscher und ihr Wirken in der Welt“ eröffnet das Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf, Bütjestraße 2-4, am 10. September 2011 die überarbeitete Dauerausstellung zu Niebuhr, Heinrich Christian Boie und Nicolaus Reimers, gen. Reimarus Ursus.

Museumsleiterin Dr. Jutta Müller: „Während es sich bei Boie und Ursus immerhin um gebürtige Dithmarscher handelte, verschlug es Niebuhr erst recht spät ins abgelegene Süderdithmarschen, das damals zum dänischen Gesamtstaat gehörte.“ Aus Versorgungsgründen hatte ihm der dänische König hier ab 1778 einen Posten als Landschreiber übertragen; mit dem etwa zeitgleich als Landvogt amtierenden Boie war Niebuhr bald eng befreundet.

Während es am 10. September um alle drei Persönlichkeiten gleichermaßen gehen wird, steht am folgenden Wochenende vom 16. bis 18. September allein Carsten Niebuhr mit seinem Sohn Barthold Georg, einem bedeutenden Althistoriker und Diplomaten, im Mittelpunkt des Interesses. Carsten Niebuhrs größtes Verdienst liegt wohl darin begründet, dass er an der Forschungsreise teilgenommen hatte, als einziger Überlebender 1767 nach Kopenhagen zurückgekehrt war und die wissenschaftlichen Erkenntnisse in den folgenden Jahren publizierte.

Die Königliche Bibliothek in Kopenhagen erinnert mit einer Ausstellung unter dem Titel „Carsten Niebuhr und die Arabische Reise“ an diese herausragende Leistung. Dr. Müller: „Insgesamt werden Niebuhrs Verdienste in Dänemark höher geschätzt als in Deutschland; die dänische Post bringt aus Anlass des Jubiläums sogar Sonderbriefmarken heraus.“

Familientreffen der Niebuhr-Nachfahren

Im Gegensatz dazu werden Meldorf und das Dithmarscher Landesmuseum erstmalig Ort des Familientreffens der Niebuhr-Nachfahren, unter denen es bis heute einen familiären Zusammenhalt gibt, sein. Dabei ist Meldorf sehr eng mit der Lebensgeschichte Niebuhrs verbunden, der hier fast die gesamte zweite Hälfte seines langen Lebens verbrachte. 82-jährig ist er 1815 in Meldorf gestorben.

Das Programm des Niebuhr-Wochenendes wird sich denn auch sehr eng an Niebuhr, seinem Sohn Barthold Georg und beider Verhältnis zu Meldorf orientieren. Während Carsten Niebuhr seine zweite Lebenshälfte in Meldorf als Landschreiber für Süderdithmarschen verbrachte, verlebte sein einziger, hochbegabter Sohn Barthold Georg (geb. 1776 in Kopenhagen) seine Kindheit und Jugend in der Domstadt. Nur kurz war er Schüler der Meldorfer Gelehrtenschule; überwiegend hatte er Privatunterricht bei seinem Vater, beim befreundeten Landvogt Heinrich Christian Boie und beim Rektor der Meldorfer Schule, dem gebildeten Philologen Jäger.

Später trat Niebuhr in den Staatsdienst ein, erst in Dänemark, später in Preußen, um sich gleichzeitig als Wissenschaftler und sozusagen Begründer der modernen Geschichtswissenschaft in Deutschland hervorzutun.

Die weitreichende Bedeutung beider Persönlichkeiten spiegelt sich im Programm des Wochenendes vom 16. – 18. September 2011 wider; die Veranstaltungen sind eingeschränkt öffentlich zugänglich (mit Anmeldung unter der Telefonnummer des Dithmarscher Landesmuseums 04832/ 600060 oder unter landesmuseum@dithmarschen.de).

Öffentliche Programmpunkte des Niebuhr-Wochenendes mit Treffen der Nachfahren

Freitag, 16.9.2011, 19.30 Uhr, Dithmarscher Landesmuseum
Prof. Dr. Martin Krieger, Universität Kiel: Carsten Niebuhrs Reise ins „Glückliche Arabien“ (im Rahmen der Vorträge der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft, Eintritt für Nicht-Mitglieder 4,- €)

Samstag, 17.9.2011, 14.00 – ca. 18.30 Uhr, Dithmarscher Landesmuseum
Kurzvorträge und Diskussion mit aktuellen Beiträgen zur Niebuhr-Forschung
Barthold C. Witte, Dr.phil. Dr.h.c., Bonn-Bad Godesberg: C.Niebuhr und seine Nachkommen – Eine familiengeschichtliche Betrachtung
Prof. Dr. Reimer Hansen, Berlin: Christiane Niebuhr – Die Beratherin und Helferin aller Bedürftigen
Kaffeepause
Prof. Dr. Dieter Lohmeier, Kiel: Neue biografische Erkenntnisse zu Carsten Niebuhr
Prof. Dr. Armin Hüttermann, PH Ludwigsburg: Tobias Mayer als wissenschaftlicher Lehrer Niebuhrs und die Bedeutung des Niebuhrschen „Astrolabs“
Kurze Pause
Prof. Dr. Reimer Hansen, Berlin: Barthold Georg Niebuhr als Inaugurator der modernen Geschichtswissenschaft
(Kosten für den Nachmittag incl. Getränken und Kaffeepause 15,- €)

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Dithmarschen

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