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Dithmarschen: Schulsozialarbeit – Dithmarschen setzt auf Schüler-Lotsen

Pressemeldung vom 29. Mai 2012, 10:09 Uhr

Schulsozialarbeit am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt

HEIDE (pid). Sie tragen keine orangefarbene Mütze und haben keine Signalkelle wie herkömmliche Schülerlotsen. Ihre Aufgabe ist es nicht, Schülern das sichere Überqueren einer Straße zu ermöglichen. Es gibt kein Verkehrszeichen, das auf sie hinweist. Cordia Wagner-Krüger und Anders Tiedemann werben für ihren Einsatz mit Flyern und Präsenzzeiten in den Schulen. Die beiden Diplom Sozialpädagogen haben Lotsenfunktion für Schülerinnen und Schüler aller allgemeinbildenden Schulen im Kreis Dithmarschen ab Klasse 7 übernommen. Als Übergangslotsen unterstützen und beraten sie auf Beschluss des Kreistags beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Leitender Kreisverwaltungsdirektor Malte Spitzer: „Wir brauchen für Dithmarschen eine aktive Schulsozialarbeit, die die Jugendlichen auf ihrem Weg in eine qualifizierte Ausbildung und in stabile Arbeitsverhältnisse wirksam unterstützt.“

Der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in Ausbildung und Beschäftigung stellt eine entscheidende Weichenstellung im Leben junger Menschen dar. Kaum eine Entscheidung beeinflusst individuelle Lebens- und Entwicklungsperspektiven so nachhaltig, wie die Ausbildungs- und Berufswahl. Derzeit verlassen mehr als 20 Prozent der Schüler und Schülerinnen die allgemeinbildende Schule ohne eine Anschlussperspektive. Sie münden zum Großteil in staatlich finanzierte Übergangsmaßnahmen ein. Diese soziale Problemverdichtung im Bereich Jugend und Beschäftigung ist, so Malte Spitzer, landesweit einmalig. Betroffen davon seien auch zunehmend Absolventinnen und Absolventen mit Mittlerem Abschluss.

Spitzer: „Gelingt den jungen Menschen an der ersten Schwelle der erfolgreiche Einstieg in Ausbildung oder Beschäftigung nicht, drohen langfristig Maßnahme-Karrieren und in der Folge Langzeitarbeitslosigkeit.“ Beispielsweise lag die Quote junger Arbeitsloser im Alter von 15 bis 25 Jahren im Kreis Dithmarschen 2011 um mehr als ein Viertel über dem Landesdurchschnitt. Vor diesem Hintergrund, so erklärt der Leitende Verwaltungsbeamte, erscheint ein Ausbau der sozialpädagogischen Unterstützung am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt notwendig.

Bisher fehlte jedoch ein kreisweites, niedrigschwelliges und individuell ausgerichtetes Angebot der Berufseinstiegsbegleitung, das Jugendliche im Übergangsprozess auf freiwilliger Basis und unentgeltlich in Anspruch nehmen können. Auf Empfehlung der Verwaltung beschloss der Kreistag, aus dem für die Schulen in Kreisträgerschaft für Schulsozialarbeit zur Verfügung stehenden Bundesmitteln zwei Personalstellen für die sozialpädagogische Arbeit im Bereich „Übergang Schule-Arbeitswelt“ zu schaffen. Malte Spitzer: „Das kostenfreie Beratungsangebot der Übergangslotsen steht kreisweit allen Kindern und Jugendlichen ab der 7. Klasse offen.“
Die Übergangslotsen werden die Kinder und Jugendlichen über einen längeren Zeitraum betreuen, beraten und unterstützen und ihre individuellen Kompetenzen fördern. Das kann in Schulen passieren, Zuhause oder in den Räumen der Übergangslotsen in der Brücke Dithmarschen, 25746 Heide, Neue Anlage 23-25, zu festen Terminen oder nach Absprache. Dabei legen die Übergangslotsen sehr viel Wert auf Eigenständigkeit.
Cordia Wagner-Krüger und Anders Tiedemann kümmern sich in enger Kooperation mit den Schulen und den Berufsberatern der Agentur für Arbeit sowie bei Bedarf mit der Jugendhilfe und dem Jobcenter darum, die kognitiven, sozialen und personalen Entwicklungs- und Bildungsperspektiven der jungen Menschen zu verbessern. Dabei orientieren sich die Schulsozialarbeiter bei ihrem Projekt stets an der realen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

Malte Spitzer: „An Übergängen, die mit Schülerlotsen gesichert waren, ist das ‚Unfallrisiko‘ deutlich geringer. Ich bin davon überzeugt, dass die Übergangslotsen in den kommenden Jahren vielen Schülerinnen und Schülern helfen werden, den Schritt in die Arbeitswelt möglichst ‚unfallfrei‘ zu meistern.“

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Dithmarschen

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