Energiewechsel

Kreis Steinburg: Individuelle Kindertagespflege – Eine Tagesmutter erzählt

Pressemeldung vom 23. September 2011, 11:41 Uhr

„Rund 100 Tagesmütter und auch -väter betreuen zurzeit im Kreis Steinburg über 250 Kinder“, berichtet Landrat Dr. Jens Kullik.

Kindertagespflege ist die familiennahe, individuelle Betreuung und Förderung von bis zu 5 Kindern. Sie zeichnet sich durch große Flexibilität aus, es gibt zum Beispiel auch Betreuungen in den Abendstunden oder am Wochenende. Für viele Menschen ist die individuelle Kinterdagespflege eine Alternative zur Kindertageseinrichtung, besonders für Kinder unter 3 Jahren. „Da zunehmend Eltern wegen Berufstätigkeit auch für unter 3jährige Kinder eine Betreuung benötigen, brauchen wir weitere qualifizierte Tagespflegepersonen“, erklärt der Landrat.

Kindertagespflege ist im Haushalt der Eltern oder der Tagesmutter , aber auch in anderen geeigneten Räumen möglich. Tagesmütter und

-väter im Kreis Steinburg haben einen Qualifizierungslehrgang zur Tagespflegeperson absolviert oder weisen ihre Qualifizierung durch eine pädagogische Ausbildung nach. Grundsätzliche Voraussetzungen, um als Tagespflegeperson tätig zu werden sind ein Mindestalter von 21 Jahren und ein Hauptschulabschluss. Vorzulegen sind ein erweitertes Führungszeugnis und eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Die Qualifizierungslehrgänge bei den Familienbildungsstätten Glückstadt und Itzehoe dauern etwa ein Jahr und werden vom Kreis Steinburg finanziell gefördert. Der Teilnahmebeitrag beträgt 142,00 €.

Eine der Tagesmütter im Kreis Steinburg ist Gabriele Schulz aus Schenefeld. Schon seit 1987 ist sie Tagesmutter. Die Tätigkeit wurde ihr quasi in die Wiege gelegt: bereits ihre Mutter war Tagesmutter. Für Gabriele Schulz ist es wichtig, zuhause zu arbeiten zu können, um auch für ihre eigene Familie da sein zu können. Wenn sie von ihrer Tätigkeit berichtet, gerät sie regelrecht ins Schwärmen: „Es ist schön, die Entwicklung verschiedener Kinder mit zu erleben, Liebe und Dankbarkeit geschenkt zu bekommen“. Besonders in Erinnerung ist ihr ein Erlebnis mit einem 4jährigen Tageskind, das zu seiner Mutter sagte: „Wenn du mit mir böse bist und schimpfst, gehe ich zu meiner anderen Mutter.“ Die Mutter erwiderte darauf, dass die es bestimmt nicht haben wolle, wenn es frech und böse sei. Doch das Tageskind wusste es besser: „Die will mich immer haben!“

Gabriele Schulz weiß aber auch von Trennungsschmerz zu berichten. Selbst nach so langer Tätigkeit als Tagesmutter fällt es ihr immer noch schwer, sich von einem liebgewonnen Kind zu trennen, wenn das Betreuungsverhältnis endet. Die Harmonie zwischen den Tageskindern und den eigenen Kindern ist unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass die Gemeinschaft funktioniert. Schwierigkeiten, die Tageskinder in ihre eigene Familie einzubinden, kennt Gabriele Schulz nicht: „Ihr Spielzeug zu teilen, ist für meine Kinder ganz selbstverständlich.“ Vom Amt für Jugend, Familie und Sport des Kreises Steinburg hat sie eine Erlaubnis, bis zu fünf Kinder zu betreuen. Sie bietet Betreuung in der Zeit von 5.00 Uhr morgens bis abends um 20.30 Uhr und auch am Wochenende an. Was sie sich für den Beruf der Tagesmutter wünschen würde? „Dass es bei den Regelungen für die Kindertagespflege weniger Unterschiede zwischen den Landkreisen gibt, die sich zum Beispiel auf die Honorierung der Tagespflege auswirken“.

Sie möchten mehr über die Tätigkeit als Tagespflegeperson wissen? Christina Schöneck, Amt für Jugend, Familie und Sport des Kreises Steinburg, informiert Sie gern (Tel. 04821/69553, E-Mail: schoeneck@steinburg.de, Sprechzeiten mittwochs und freitags zwischen 10.00 und 12.00 Uhr und mittwochs nachmittags zwischen 14.00 und 17.00 Uhr).

Quelle: Kreis Steinburg

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis