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Neumünster: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen im ehemaligen Polizeirevier in der Parkstraße untergebracht werden

Pressemeldung vom 5. August 2015, 12:07 Uhr

Der Zustrom der Flüchtlinge in der Erstaufnahme-Einrichtung in Neumünster hält nach wie vor an. Für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) zuständig. Auch hier sind die Zahlen erheblich gestiegen. Allein im Monat Juli mussten 96 Minderjährige in Obhut genommen werden und in Einrichtungen untergebracht werden. Täglich kommen weitere jugendliche Flüchtlinge, die allein sind, dazu. „Da die Aufnahmekapazitäten sämtlicher Einrichtungen landesweit erschöpft sind, herrscht dringender Handlungsbedarf. Wir haben intensive Gespräche mit dem Innenministerium , Sozialministerium und Finanzministerium des Lands Schleswig-Holstein geführt, um zumindest eine temporäre Lösung zu finden“, so der 1. Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth. Als Übergangslösung soll das landeseigene Gebäude des ehemaligen Polizeireviers in der Parkstraße als vorübergehende Unterkunft für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge dienen. Hier sollen vier Gruppen mit bis zu maximal 14 Jugendlichen untergebracht werden, die maximal sechs bis acht Wochen bleiben sollen, ehe sie dann in andere Einrichtungen im Land verteilt werden können. Betreut werden die rund 50 Minderjährigen von der IUVO gemeinnützigen GmbH.

Um die Räume des ehemaligen Polizeireviers herzurichten, müssen unter anderem zusätzliche Sanitäreinrichtungen, ein zweiter Rettungsweg und Rauchschutztüren eingebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 280.000 Euro. Das Land stellt das Gebäude sofort zur Verfügung und hat zugesichert, erforderliche Investitionskosten der Stadt Neumünster zu erstatten. Staatssekretärin Anette Langner vom Sozialministerium betont: „Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag zu einer kurzfristigen Lösung, die die Betreuung der Jugendlichen sicherstellt und Neumünster entlastet.“ Der Umbau des Gebäudes in der Parkstraße wird nach derzeitiger Schätzung bis Mitte September dauern.

„Ich bin froh, dass wir damit eine annehmbare Übergangslösung für die jungen Flüchtlinge, die allein sind, gefunden haben“, zeigt sich der 1. Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth erleichtert.

Das Land plant zur Unterstützung der Kreise und Kommunen voraussichtlich ab dem kommenden Jahr sogenannte „Clearingstellen“ für neu ankommende unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an zentralen Orten einzurichten. Damit sollen besonders belastete Kreise und Kommunen bei der Aufgabe der Erstunterbringung entlastet werden, bis eine längerfristige Unterbringung gesichert ist. Eine solche „Clearingstelle“ zur Unterbringung von dann 20 bis 30 Jugendlichen könnte dann im Gebäude in der Parkstraße eingerichtet werden.

Quelle: Stadt Neumünster / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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